Jarno im Interview

jarnoHUWND: Hallo, wir freuen uns, dich interviewen zu dĂŒrfen! Wir haben ein paar Fragen vorbereitet, die wir dir gerne stellen wollen!

Jarno: Vielen Dank. Ich freue mich, dass ich gefragt wurde. Ich bin gespannt! 🙂

HUWND: ErzĂ€hl doch erstmal ein wenig ĂŒber dich!

Jarno: Hallo. Ich bin Jarno und ich habe ein Alkoholproblem. Ich trinke gerne Bie.. Was? Keine anonymen Alkoholi…Achso. Ja ich bin 21 Jahre jung und komme aus dem hohen Norden kurz vor der dĂ€nischen Grenze. Ich bastel gerne an Musik und bin nebenbei auch DJ. Wenn ich keine der beiden TĂ€tigkeiten ausĂŒbe schlafe ich. Was gibt’s sonst noch so interessantes? Meine Lieblingsfarbe ist blau. Und ab und zu werden die Hamburg Freezers bejubelt. (Der Norden sind wir!!! HUA!) Darf ich mir hier auch Freunde machen? Fußball find ich doof. 😀 Wenn sonst noch Fragen sind einfach ’ne Nummer ziehen und dann warten bis die Nummer aufgerufen wird.

 

HUWND: Wie bist du dazu gekommen Hands Up zu produzieren?

Jarno: Das ist eine schöne Frage. Ich habe – kurz nachschauen wann das Lied rauskam – 2006 das erste mal „Boten Anna“ von Basshunter gehört. Ich war so geflasht von diesem Stil, den Jonas da an den Tag gelegt hat. Dann habe ich mich auf die Suche im Internet gemacht wie er diese Musik komponiert und bin auf ein Video aufmerksam geworden, dass er selbst aufgenommen hat wo er gezeigt hat wie er seine Musik produziert. Das ganze sah fĂŒr mich im ersten Augenblick „recht simpel“ aus. Ein Programm, Samples und dann lustig drauflosklicken. Noten/Harmonien konnte ich zum GlĂŒck einigermaßen ganz vage durch das Spielen von verschiedenen Instrumenten. Die Triangel ist da sehr prĂ€destiniert. Und dann dachte ich mir joa – das kannste auch. (wie naiv ich war). Es sollte dann doch einige Jahre dauern, bis ich das erste einigermaßen passable Lied hinbekommen sollte. Es gab immer und immer wieder Phasen in dieser Zeit wo ich dachte – boah ne. Bis hierhin und nicht mehr weiter. Der Sch*** nervt. Diese Musikrichtung nervt. Dann habe ich sĂ€mtliche Produktions-Software und sĂ€mtliche Samples vom Rechner gelöscht und wollte es fĂŒr immer sein lassen. Im Endeffekt ist aus „immer“ einige Wochen geworden, bis dann wieder dieser olle Mistkerl von Schweinehund rauskam und sagte „ey – mach weiter“. Irgendwie schlummerte im Unterbewusstsein doch so eine kleine Sucht. Und dann ging es eben wieder weiter. Und das ging nicht nur einmal so. Naja und somit habe ich mich bis heute damit durchgeschlagen.

 

HUWND: Wann ist dein erster Track entstanden und wie lange produzierst du schon?

Jarno: Joa. Wie ich eben schon angedeutet habe begann das „richtige“ Basteln an Musik so richtig ab ca. 2006. Vorher habe ich mir aus unserer örtlichen BĂŒcherei das Programm „Rave E-Jay“ ausgeliehen. Das war (weiß nicht ob es das noch gibt) ein Programm wo man vorgefertigte elektronische Samples aneinanderreihen konnte. Kick, Bassline, Pad, Melo – fertig war der Track. Das Ganze konnte man dann als MP3 umwandeln und stolz wie Bolle zu seinen Eltern rennen und mit einem fetten Grinsen ĂŒber beide Ohren prĂ€sentieren „hört mal was ich gemacht habe“. Die haben dann ihre HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammengeschlagen und haben gesagt – „jaja wie lange warst du schon am PC heute? Spiel mal ein bisschen mit Lego.“ Naja. Und das waren damals so die ersten Schritte. Ab 2009/10 kamen dann so langsam die ersten Projekte. Mit M4nix – damals DJ u.a. bei techlarocca – entstand „Dis-Q! Project“… Ja ich weiß mit dem Namen konnte niemand mithalten. 😀 und ja ich weiß auch, dass man keine Bootlegs zu Justin Bieber bastelt – aber ich wurde genötigt. 😀 das Projekt hat sich dann irgendwann im Sand verlaufen. Im Februar 2011 grĂŒndeten zwei Kollegen – Kay, Doni und ich – die Ohronesen. Da haben wir auch verschiedene Tracks gebastelt. Man mag es kaum glauben. HauptsĂ€chlich Bootlegs (u.a. das Fliegerlied von Peter Wackel ist uns zum Opfer gefallen). Ein, zwei Remixe waren aber auch dabei. Aber auch das ist im Moment mangels ZeitgrĂŒnden etwas hinten angestellt. Ja und nun mache ich im Moment so das was mir Spaß macht. HauptsĂ€chlich bastel ich Lieder aus Spaß an der Freude. Deswegen kann es durchaus auch sein, dass vielleicht nĂ€chste Woche ein neuer Track zu Schnappi oder so rauskommt. 😀

 

HUWND: Bist du jemand, der sehr lange und Ă€ußerst genau an einem neuen Track arbeitet?

Jarno: Das Problem bei mir ist, dass mir die Ideen fĂŒr Tracks immer in den denkbar unpassendsten Momenten kommen. Meist unter der Dusche. Dann pfeife oder trĂ€ller ich sinnlos irgendwas vor mir hin und denke dann – joa das ist nicht schlecht. So sehr ich mich dann auch bemĂŒhe und aus dem Bad renne – einen Teil habe ich dann wenn ich am PC bin meistens schonwieder vergessen. Ab und zu habe ich aber auch GlĂŒck und es bleibt noch etwas hĂ€ngen. Wenn die Ideen dann nicht unter der Dusche kommen, dann kommen sie in der Bahn. Und wenn ich dann anfange irgendwelche Töne krumm und schief in das Handy zu pfeifen um sie aufzunehmen, werde ich dann doch des öfteren schonmal schief von Mitfahrern im Zug angeschaut. 😀 GrundsĂ€tzlich halte ich nichts von Midi-Files (Kenner wissen was ich meine). Bei Remixen höre ich mir meistens nicht das Original an und nehme auch keine Midis zur Hilfe. Ich höre mir selbst die Harmonien raus und bastel dann munter drauf los. Somit wird es dann auch wirklich was eigenes. Wenn man dann irgendwann denkt, dass man fertig ist mit einem Track kommt dann meistens noch eine Idee was man noch anders machen kann oder was man noch einbauen kann. Und dann zieht sich sowas auch gerne mal hin. Eine genaue Angabe wie lange so ein Track braucht bis er fertig ist kann ich nicht machen. Das kann zwei/drei Tage sein, das kann sich aber auch auf ein/zwei/drei Wochen hinziehen.

 

HUWND: Hast du Produzenten, die du als Vorbild siehst oder bei denen du dir sogar etwas abschaust?

Jarno: Am Anfang habe ich viel versucht nachzubauen. Jeder der sich schonmal selbst versucht hat glaube ich weiß was ich meine. Hitmen, Empyre One etc. Diese Sounds die diese Szene durchaus geprĂ€gt haben. Irgendwann dachte ich mir warum Sounds nachbauen? Diesen Sound gibt es doch schon. Und dann fing ich an herumzuexperimentieren. Hier Knöppe drehen, da Regler schieben und schauen was passiert. Wie hört es sich an wenn man eine E- oder Akustikgitarre mit einem 808-Sound untermalt? Frei nach Schnauze. Naja und somit habe ich auch nicht nur DIESEN einen Standard-Sound. Mal ist eine Gitarre dabei, mal ist es nur ein einfaches Pad. Produzenten wie Manox, Cansis etc. bewundere ich. Sie haben ihren Sound so genial entwickelt, dass man ihn unter diversen Tracks wiedererkennt. Das ist kein einfacher Sound den mal mit jedem beliebigen Plugin nachbasteln kann. Das sind komplexere Sounds in einem. Sie sind nicht auf der Stelle stehengeblieben. Sie haben weitergedacht. Sie wagen auch mal 2-3 BPM weniger zu nehmen und mal einen House-Sound mit einzubringen. Ich liebe Empyre One, ich finde Ti-Mo und wie sie alle heißen großartig. Aber irgendwann werden die Sounds eintönig. Da muss frischer Wind rein. Letzergenannter hat ja jetzt angefangen bei seiner neuen Single ein wenig mit dem Melo-Sound zu spielen. Finde ich super. Ein spezielles Vorbild habe ich nicht. Es gibt verschiedene KĂŒnstler die ich gerne höre und schĂ€tze.

HUWND: Werden wir in Zukunft Neues aus deiner Richtig hören? Wenn ja, magst du uns ein kleinen Tipp geben was als nÀchstes kommt?

Jarno: Ja. Es wird definitiv was geben. Ich habe vor kurzem ein, zwei Tracks fertig gestellt, die ich bald veröffentlichem möchte. Von einem gibts jetzt aktuell eine erste Preview. „Only Lover“ heißt das StĂŒck. Da spiele ich ein wenig mit Progressive-Sounds und verbinde sie mit Hands-Up und u.a. auch einer Jumpkick. Ich plane die beiden Tracks als erste AuslĂ€ufer einer kleinen EP. Es kann auch sein, dass es keine reine Hands-Up Platte wird. Es kann durchaus auch einige Experimente geben. Gitarren, Hardstylekick, Geige, Celli, Akustisch. Wie ich Lust und Laune habe. Wann diese aber genau kommen wird kann ich nicht sagen, da ich im Moment in den AbschlussprĂŒfungen meiner Ausbildung stecke und zur Zeit nicht viel Zeit fĂŒr Musik habe. Aber es wird was kommen – soviel steht fest! Ansonsten einfach mal auf Facebook vorbeischauen *hust*

 

HUWND: Welchen Track, den du produziert hast, magst du am meisten? – Zeige uns doch mal eine Produktion von dir!

Jarno: Es gibt keinen Track, den ich am meisten mag. Jeder Track hat mir Spaß gemacht zu produzieren. Was ich sagen kann ist, dass ich zum Bleistift (schlechtes Wortspiel ich weiß) die Tracks fĂŒr Zooland Records gerne gemacht habe. Nicht weil sie so großartig anders sind, sondern weil es mich gefreut hat fĂŒr solch ein großes Label Musik beisteuern zu dĂŒrfen. So etwas ist fĂŒr mich nicht selbstverstĂ€ndlich. Ansonten findet ihr eventuell den einen oder anderen Track auf Youtube. Einfach mal suchen.

 

HUWND: Was denkst du ĂŒber die aktuelle Hands Up Szene und wie meinst du wird sie sich in Zukunft entwickeln?

Jarno: Ich denke, dass die Szene und damit meine ich vor allem die Leute aus dem Arsch kommen muss. Sie ist an manchen Stellen viel zu verklemmt. Neue Innovationen werden gleich schlecht geredet „neeeeee. Das ist kein Hands-Up mehr. Das ist House. Totaler Crap“. Dieses Gedankengut verhindert regelrecht, dass die Szene sich weiterentwickeln kann. Das erinnert mich an ein Pferd mit Scheuklappen. Geradeaus und bloß nicht nach links oder rechts schauen. Wiederum wird dann aber wieder gesagt „boaaaah. XY hat schonwieder nen Remix gemacht. Der hört sich genauso an wie die letzten 861554 Tracks von ihm“. Das passt irgendwie nicht so ganz zusammen. Dann sollte auch wieder QualitĂ€t statt QuantitĂ€t – vor allem bei den Labels – an erster Stelle stehen. Es gab in letzter Zeit zu viele schlechte Releases. Teilweise von der KreativitĂ€t (Cover vom Cover vom Cover vom Cover, dass schon 2345 Mal gecovert wurde) als auch von der QualitĂ€t her (schiefe Vocals, schiefe Harmonien etc). Sie sollten auch mal den Mund aufmachen können und sagen das hört sich nicht gut an und das GeschĂ€ftliche außen vor lassen. Auch die großen KĂŒnstler sollten sich eventuell an ihr Soundset setzen und nochmal den einen oder anderen Regler drehen. Und damit meine ich nicht nur einen Tape-Stop-Effekt in die Melo einbauen. *hust* Wenn vielleicht irgendwann mal der Groschen fĂ€llt und die ein oder andere Delle ausgebeult wird, dann wird dieses Auto auch wieder frisch lackiert und glĂ€nzend aus der Werkstatt kommen. 😉 Das alles passiert aber nicht von jetzt auf gleich, sondern gut Ding will Weile haben. 😉 und dann gibt es auch eventuell mal wieder eine Future Trance wo ein, zwei Hands-Up Tracks mehr mit auf der zweiten CD als auf der gemixten sind. 😉

 

HUWND: Dann danken wir dir recht herzlich fĂŒr das Interview! Hast du denn noch Fragen an das Projekt “Hands Up Will Never Die” oder möchtest du uns etwas mit auf den Weg geben?

Jarno: Danke, dass ich das euch die Fragen beantworten durfte. Hat mir Spaß gemacht. Passt gut zu dem, was dieses Projekt erzielen möchte. Top. Und wie gesagt – nicht gleich alles schlecht reden und auch mal Neuerungen zulassen. 😉 So ich muss dann auch mal wieder. Martin Garrix ruft schon seit ner halben Stunde ununterbrochen an weil Deadmau5 ihn wieder Ă€rgert und Guetta fragt ob ich ihm sein nĂ€chstes Set mixen kann. Er hat da so seine Schwierigkeiten. Also. Haudiiiiii. <3

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